Die Schlacht von Wörth

Es ist ein heißer Sommertag im Jahre 2003 und als wir Wörth um die frühe Nachmittagsstunde erreichen, liegt das kleine Städtchen im Elsass im Mittagsschlaf. Auf den Straßen begegnen uns keine Einwohner, sogar die Geschäfte haben hier um diese Zeit geschlossen. Es ist idyllisch und wohltuend still in unserem doch sonst  von Hektik und Stress geprägten Alltag.


 
Unser Besuch im Elsass, besonders aber in Wörth, hat einen Grund – es ist eine Reise in die Geschichte Stotternheims. Hätte hier nicht vor 135 Jahren eine der blutigsten Schlachten stattgefunden, dann wäre das kleine Städtchen niemals in der Welt bekannt geworden – aber leider ist es eine traurige Bekanntheit.
 
Wir befinden uns auf den Spuren einstiger Stotternheimer Einwohner die am Deutsch-französischen Krieg 1870/71 teilgenommen haben und wollen dazu das Museum besuchen, in dem ein Diorama die Schlacht sehr anschaulich zeigt und auch Originalstücke wie Uniformen, Waffen, Ausrüstungsgegenstände, und Zeitdokumente, z. B. Postkarten, zu sehen sind.
 
Die meisten Stotternheimer Männer haben im 5. Thüringischen Infanterieregiment Nr. 94 gekämpft.
Die Schlacht fand am 6. August 1870 im leicht hügligen Gelände um Wörth statt.
75.000 deutsche und ca. 45.000 französische Soldaten standen sich hier gegenüber. Fast 10.000 deutsche und über 12.000 französische Männer kamen dabei ums Leben. Die Toten wurden in Einzel- und Massengräbern beigesetzt.
 

 
Aus unserem Dorf nahmen Karl Heinrich Salomo Alperstedt, Johann Bernhard Blankenburg (Musketier), Heinrich Wilhelm Haun (Musketier),
Karl Hermann Friedrich Haun (Musketier), Heinrich August Karst, Hermann Louis Mohnsame (Infanterist), Louis Richard Otto (Infanterist), Johann Heinrich Emil Schmeißer (Infanterist), Heinrich Wilhelm Wenzel (Infanterist) und Heinrich Louis Zacher (Musketier) an der Schlacht teil.
 
Die 94er bestanden aus 3 Bataillonen (Eisenach, Jena und Weimar). Während der Schlacht waren sie der 22. Division im 11. Armeekorps General Bose’s im linken Flügel unterstellt. Sie erlitten schwere Verluste. Von den 9 im 94. Regiment verliehenen Eisernen Kreuzen 1. Klasse und 319 Eisernen Kreuzen 2. Klasse, wurde auch eines an den Stotternheimer Musketier Heinrich Louis Zacher verliehen. Der Infanterist Hermann Louis Mohnsame erhielt die Kriegermedaille mit 2 Schwertern.
 
Auf dem einstigen Kampfplatz stehen heute über 80 Grab- und Gedenksteine.
Ein großes Denkmal erinnert auch an das 5. Thüringische Infanterieregiment Nr. 94.
 

 
Mit 16 vorgespannten Pferde wurde der gewaltige Stein an seinen Bestimmungsort zwischen Wörth und Elsasshausen gefahren. Eine Postkarte im Museum zeigt das Ereignis.
 
Für Dorf- und Familiengeschichtsbegeisterte ist es ein sehr interessanter Ort und auch wer das Französische nicht beherrscht hat keine Probleme, denn die meisten Elsässer sprechen sehr gut deutsch und sind sehr hilfsbereit.
 
K. H.-K.
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18.7.11 14:07

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